Finisher beim 100 km Lauf von Biel

Während sich am Freitagabend die Läufer des Weyher Lauftreffs zum gewohnten Training im Jeebel versammeln und im moderaten Tempo etwa eine  Stunde laufen, bis ein heftiger Regenschauer alle möglichst schnell nach Hause unter die Dusche treibt, um anschließend die Beine auf dem Sofa hochzulegen, machen sich Karl Wolfgang und Rolf langsam für den Start im weit entfernten Biel bereit. Der Startschuss fällt mit einsetzender Dämmerung um 22 Uhr. Eine Vorstellung davon, was 100 km bei Nacht bedeuten, bekommt man davon, wenn man sich nachts bei jeder Drehung im Bett klarmacht: die beiden sind auf der Strecke! Morgens beim gemütlichen Frühstück am Samstagmorgen weiß man definitv:  Sie müssen immer noch auf der Strecke sein! Ab mittags werden die Eingangslisten im Internet verfolgt und erst als beide Namen auftauchen, steht fest: Sie haben es geschafft – sie sind Finisher und haben sicher von einem weiteren Abenteuer zu berichten, sich dieser Herausforderung gestellt zu haben! Wir gratulieren euch und wünschen gute Erholung von den Strapazen!
Berichte vom Lauf bietet die Seite von www.marathon4you.de unter dem Motto: „Wenn es Nacht wird in Biel…“ Auch Karl Wolfgang hat so einiges zu erzählen… siehe untenstehenden Bericht
Von Susanne

Irgendwann musst Du nach Biel …
Dieses geflügelte Wort des inzwischen 84-jährigen Sportjournalisten Werner Sonntag hat inzwischen unzählige Läufer nach Biel gelockt. Den ältesten Lauf Europas (wurde seit 1958 nunmehr zum 52. Mal ausgetragen) besuchte ich seit 2002 nunmehr das 9. Mal.
Da die Zahl der 100 Km-Läufer im Weyher Lauftreff überschaubar ist, trifft das Zitat sicherlich nicht auf den Lauftreff in der Gesamtheit zu – sollte man denken.
Inzwischen hat sich das Angebot an Läufen deutlich erhöht – so dass eigentlich für jeden etwas dabei sein müsste.
Sehr schön ist der Halbmarathon mit dem Ziel am schönsten Punkt der Strecke – auf dem Marktplatz in Aarberg. Marathon kann man natürlich auch laufen – Ziel ist dann die erste Kontrollstation der 100 Km-Läufer in Oberramsem. Beide Läufe kann man natürlich auch (Nordic) Walken oder Wandern (was wie ich feststellen musste auch für die 100 Km gilt). Für alle Läufe gilt: Tolle Stimmung in den kleinen Orten die man passiert und dann wieder ruhige Passagen in der Dunkelheit. Die Organisation ist beispielhaft (Versorgung der Teilnehmer, Transferbusse für Zuschauer und Läufer zu und von den Unterwegspunkten). Eine weitere interessante Alternative ist die Bildung einer Stafette. Hier teilen sich 5 Teilnehmer die 100 Km-Strecke. Über die Schweiz und Biel im besonderem als Reiseziel muss man nicht viel sagen. Gerade für eine Gruppe gibt es auch abseits des Laufes viel zu entdecken – mitzubringen sind natürlich Zeit und ein paar Franken sind sicherlich auch vonnöten.
Ich selbst wollte den Lauf in diesem Jahr eigentlich nicht machen, denn ich hatte mich am 24.05. beim Langelner Hügelgräber Marathon verletzt (Schmerzen ab Km 36 in der linken Wade) – Endzeit von 4:10 war dennoch noch passabel. Nach einer Woche Pause habe ich versucht zu laufen, aber nach 2 Km musste ich mit Schmerzen abbrechen. Nach ärztlicher Diagnose habe ich dann auch Massagen verschrieben bekommen, die terminlich Mittwoch, Donnerstag und Freitagmorgen (also am Biellauftag lagen). Einen Laufversuch am Donnerstag nach der 2. Massage musste ich nach 3 Km wieder abbrechen. Ich packte zwar noch meinen Rucksack, entschied aber am Donnerstag ich fahre nicht – so hat es überhaupt keinen Zweck. Am Freitagmorgen sagte ich das in der Reha – aber mein Masseur meinte fahre hin, gehe und lauf irgendwann ein bisschen und dann gehe wieder (man hat in Biel ja 21 Stunden Zeit), verschlimmern könne ich meine Verletzung nicht. Positiv denken ! So bin ich dann doch nach Biel gefahren – doch mit vielen negativen Gedanken im Gepäck. Es war klar dass es eine fürchterliche Endzeit geben würde – sofern ich überhaupt durchkommen würde. Auch der Gedanke am Anfang wenn alles losläuft hinterher gehen zu müssen und auf der dunklen Strecke sehr schnell einsam zu werden, schreckte mich gehörig ab. Letzlich war das nicht ganz so schlimm – denn nachdem die Läufer sich entfernten, stellte es sich heraus dass es eine ganze Menge Leute gibt die diesen Lauf (Nordic) walken, wandern oder marschieren. So schloss ich mich einem Holländer an der in normaler Straßenkleidern und Rucksack den Lauf anging. Er wollte circa 6 Km pro Stunde zurücklegen und so ähnlich hatte ich mir auch meinen Wanderplan zurechtgelegt. So verliefen die ersten 25 Km sehr kurzweilig in Gesellschaft. Dann ließ jedoch der Holländer in der Geschwindigkeit nach und wir verloren uns aus den Augen. Ich begann dann mit kurzen Laufpassagen – das hielt ich im Wechsel bis km 65 durch. Die Probleme die dann auftraten hatte ich nicht erwartet – beim Gehen werden andere Muskelpassagen benötigt als beim Laufen und 40 Km bin ich noch nie gegangen – also eigentlich untrainiert.
Die Oberschenkelmuskulatur beider Beine meldete sich mehr als deutlich. Jeder Schritt schmerzvoll – laufen war auch nicht mehr möglich, um die linke Wade nicht zu überlasten und die Vorstellung dass man das bei 35 Km noch rund 7 Stunden aushalten musste half auch nicht sonderlich. Beim Biellauf ist es möglich nur Teilstrecken zu machen (man bekommt dann eine Urkunde über die Laufstrecke für 38, 56 oder 76 Km und ein T-Shirt für die Lauftage – aber natürlich kein Finisher T-Shirt für 100 Km). Als ich bei Km 73 gehenderweise auf einen guten Laufbekannten aufschloss und der mir sagte den Lauf bei Km 76 beenden zu wollen – bekam mein innerer Schweinehund gewaltig Auftrieb. Doch letztlich konnte ich mich beherrschen und zuckelte die dann noch folgenden 24 Km alleine weiter und wurde immer langsamer. Mit genau 18 Stunden war ich dann um 16:00 Uhr im Ziel. Von den 100 Km bin ich 80 gegangen und 20 gelaufen. Meine Wade fühlt sich gut an – ich habe nur einen starken Muskelkater in den Oberschenkeln.
Aufgrund der späten Ankunftszeit im Ziel war es auch nicht möglich noch am Samstagabend zuhause anzukommen. Also eine Nachtfahrt mit dem Zug und somit die zweite fast schlaflose Nacht in Folge. Ankunft in Kirchweyhe am Sonntag um 6:15 Uhr.
Das war nun mein 9.Lauf in Biel – ich habe mir schon die Medaille angesehen, die man zusätzlich für den 10. beendeten 100 Km Lauf erhält. Die will ich mir im nächsten Jahr holen – bei hoffentlich dann besseren Bedingungen. Mir sind die Läufe die ich unter 12 Stunden (vor 2 Jahren) oder die vielen im 12-Stundenbereich wesentlich leichter gefallen als der im diesen Jahr. So kann ich auch die Leistung der vielen Walker und Wanderer die mit oder nach mir ins Ziel gekommen sind in einem ganz anderen Licht sehen. Auch ihnen gebührt hohe Anerkennung – gerade weil man so lange unterwegs ist, hat man viel öfter mit seinem eigenen Schweinehund zu kämpfen. Ich habe diesbezüglich dazugelernt und letztlich doch alles richtig gemacht denn am Ende zählt vor allen Dingen das Finishen und erst in zweiter Linie die Endzeit.
Ein Glückwunsch gilt natürlich auch Rolf Böttger der in 15:49:42 seinen ersten 100 Km-Lauf finishte!
Vor rund einem Jahr hätte sicherlich auch er kaum erwartet das erleben zu können !

von Karl Wolfgang

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